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23.300 Quadratmeter Straßenflächen werden neu gestaltet in Düsseldorf



Weite Teile der Altstadt-Straßen bekommen ein neues Pflaster. Anlass dazu bietet der Abschluss der Kanalarbeiten, die den Straßen im Herzen der Altstadt zugesetzt haben. Die Stadt Düsseldorf saniert dort seit Mitte 2008 die unterirdischen Kanäle und musste dazu viele Straßenabschnitte aufreißen oder große Gruben anlegen. Bis Ende dieses Jahres werden die Bauarbeiten beendet, die Baugruben wieder geschlossen. "Wir werden anschließend die Chance nutzen, diesen Bereich unserer schönen Altstadt völlig neu zu gestalten", erklärte Oberbürgermeister Dirk Elbers am Dienstag, 8. Juni, bei der Vorstellung der Musterflächen.
Vom 9. Juni bis zum 25. Juni werden der Gestaltungsentwurf im Rathausfoyer und die Musterflächen des Bodenbelags und verschiedene Ausstattungselemente im Rathausinnenhof montags bis freitags zwischen 7 und 19 Uhr präsentiert. Ziel ist, dass die Bezirksvertretung 1 nach der Sommerpause den politischen Beschluss zur Realisierung fasst. Daneben werden auch verschiedene Ratsausschüsse das Thema diskutieren. Damit das Viertel einheitlich wird, gehören auch Flächen zur Planung, in denen die Kanäle nicht saniert wurden. Straßen und Plätze mit hochwertigem Natursteinpflaster und der Bereich nördlich der Mühlenstraße bleiben unverändert.

Flächendeckendes Gestaltungskonzept
Derzeit stellen sich die Straßen- und Gehwegoberflächen als bunte Materialcollage dar. "Weil viele Straßenzüge immer wieder neu gestaltet wurden, finden wir Verbund- neben Betonsteinpflaster, Klinker neben Natursteinpflaster. Die Kanalsanierung hat zu weiteren Eingriffen in die Oberfläche geführt. Das Stadtplanungsamt hat daher ein flächendeckendes Gestaltungskonzept entworfen. Die neuen Oberflächen greifen die Stärken der historischen Ursprünge der Altstadt auf und entwickeln sie weiter", erläuterte Beigeordneter Dr. Gregor Bonin. Nach seinen Worten soll zudem versucht werden den Zeitplan für die Arbeiten noch zu straffen. "Unser Problem ist aber, " so Bonin, "dass die Altstadt-Bereiche nicht uneingeschränkt zur Verfügung stehen. So bedeuten beispielsweise die Terrassensaison und auch die Karnevalszeit Einschränkungen in der möglichen Arbeitszeit.

Straßen gab es in der ab 1382 angelegten Düsseldorfer Neustadt - die heute die Altstadt ist - zunächst nur wenige. Wahrscheinlich entstanden sie im 16. Jahrhundert unter Aufsicht der Baumeisterfamilie Pasqualini, die die Straßen planmäßig im Raster anlegten. In diese Zeit fällt auch der Bau des historischen Rathauses (1570-73). Das heutige Bild entwickelte sich sogar erst im 19. Jahrhundert, als die Straßenbauer Gehwege aus Natursteinplatten, breite Bordsteine und Steinrinnen einsetzten. Die Fahrbahn war mit Großpflaster befestigt.

Fußgängerfreundliches Pflaster
Das historische Bild der Teilung in Fahr- und Gehweg wird optisch beibehalten, um die Flächen der in Ost-West-Richtung verlaufenden breiteren Altstadtstraßen zu gliedern. Die Flächen werden eben und fußgängerfreundlich gepflastert, die Bereiche beidseitig durch eine Steinrinne getrennt. Für die Randbereiche ist ein gleichmäßiges, für die Mitte ein gemischtes Plattenformat vorgesehen. Die schmaleren, gassenartigen Nord-Südverbindungen hingegen sollen einheitlich mit einem gemischten Plattenformat gestaltet werden. Hier ist die steinerne Rinne in der Mitte vorgesehen. Zudem wird für die Randzonen ein Natursteinstreifen eingeplant, der entlang der Altstadthäuser den harmonischen Übergang zwischen den historischen Fassaden und dem neuen Bodenbelag garantiert. Alte Fahrradständer werden entfernt. Da in den Altstadtstraßen ohnehin ein Verbot für Fahrräder besteht, sollen Abstellmöglichkeiten nur am Rand der Altstadt verbleiben.

Betonstein mit Granitsteinoptik
Neben den historischen Vorbildern muss eine neue Gestaltung auch auf andere Einflüsse Rücksicht nehmen. "Die Oberflächen müssen gerade hier in der stark frequentierten Altstadt belastbar, leicht zu reinigen, gehfreundlich und barrierefrei sein", sagte Oberbürgermeister Elbers. Die Materialien sollen sich zurücknehmen und der farbigen Szenerie der Altstadt eine ruhige Möglichkeit zur Entfaltung bieten. Als Material wird eine Betonsteinmischung mit einer attraktiven Granitsteinoptik empfohlen. Auf den nuancierenden hellen Grautönen bleiben Verschmutzungen eher unauffällig. Alternativ wird eine Betonsteinmischung, die an die regionaltypischen Natursteine Trachyt und Blaustein erinnert, vorgestellt. Die Platten sollen in drei verschiedenen Größen verlegt werden, wobei die größte 60 mal 30 Zentimeter misst. Die Dicke beträgt zwölf Zentimeter, ähnlich wie beim blauen Belag an der Rheinuferpromenade.

Neben der Pflasterung spielen auch Pflanzen eine große Rolle für das Stadtbild. Momentan passt der Baumbestand in der Altstadt kaum zusammen. Verschiedene Baumarten in unterschiedlichen Altersstufen stehen nebeneinander, einige Bäume sind krank oder windbruchgefährdet. Viele Hochbeete sind unattraktiv und erfüllen keine Funktion. Durch geschickte Neupflanzungen und durch einen nachhaltigen Erhalt vieler Bäume in Verbindung mit einer vitalisierenden Standortsanierung will die Stadt die Ansicht der Straßen harmonisieren. Die heutige Anzahl von 62 Bäumen im Plangebiet wird gleich bleiben. 44 Bäume werden erhalten, davon werden einige durch neues Wurzelsubstrat vitalisiert. 18 Bäume werden am gleichen Standort neu gepflanzt.

Neue Bänke
Die Stadt will auch die Möblierung optimieren, um notwendige Elemente wie Sitzbänke und Müllbehälter neu zu ordnen und aneinander anzupassen. Bei den Sitzmöbeln werden drei klare und moderne Bankmodelle vorgeschlagen, die aus einer Stahlunterkonstruktion mit einer Holzauflage bestehen und sich jeweils durch die Arm- oder Rückenlehnen unterscheiden. "Statt bisher zwei werden es 27 Bänke im Umbaubereich", sagt Oberbürgermeister Elbers. "Wir schaffen damit deutlich mehr Möglichkeiten, sich auszuruhen und das lebendige Treiben in den Straßen zu beobachten - ein hoher Wohlfühlfaktor in der Innenstadt."

Im Zuge der weiteren Ausarbeitung werden selbstverständlich die Belange von Sehbehinderten und Blinden einbezogen. Leitlinien in Form von Rippenplatten in Verbindung mit kontrastreichem Edelstahlbelag stellen eine Möglichkeit dar, um eine barrierefreie Wegeführung zu realisieren.